10 Schieberegler zur Reflexion von KI in der Zivilgesellschaft
19. 02. 2026
Künstliche Intelligenz (KI) verändert viele Prozesse in der Gesellschaft. Sie berührt die Art und Weise, wie zivilgesellschaftliche Akteur*innen arbeiten, kommunizieren, sich vernetzen und Verantwortung übernehmen. KI-Tools können mittlerweile Teil vieler organisatorischer Aufgaben, gesellschaftlicher Debatten und digitaler Infrastrukturen sein. Gleichzeitig bringt ihre Nutzung ganz neue Herausforderungen mit Blick auf Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt mit sich.
Interessiert Ihr Euch grundsätzlich für KI-Themen? Dann lest auch unseren Blogbeitrag zum EU AI Act. Oder unter diesem Beitrag die weiterführenden Blog-Links.
Das Schieberegler-Modell
Künstliche Intelligenz (KI) verändert viele Prozesse in der Gesellschaft. Sie berührt die Art und Weise, wie zivilgesellschaftliche Akteur*innen arbeiten, kommunizieren, sich vernetzen und Verantwortung übernehmen. KI-Tools können mittlerweile Teil vieler organisatorischer Aufgaben, gesellschaftlicher Debatten und digitaler Infrastrukturen sein. Gleichzeitig bringt ihre Nutzung ganz neue Herausforderungen mit Blick auf Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt mit sich.
Ein Schieberegler ist dabei ein leicht zu verstehendes Modell: Er hilft zu beobachten, wo wir uns aktuell verorten und in welche Richtung wir uns verstärkt bewegen wollen. Gleichzeitig lädt er ein, gemeinsam zu diskutieren, welche konkreten Maßnahmen oder Haltungen dahinterstehen könnten.
So funktionieren die Schieberegler
Jeder Schieberegler hat zwei Pole: eine Ausrichtung „links“ und eine „rechts“. Die linke Seite beschreibt einen eher technischen oder instrumentellen Blick auf KI; die rechte Seite zeigt eine stärker auf zivilgesellschaftliche Werte ausgerichtete Perspektive, die Gemeinwohl, demokratische Teilhabe und reflektierte Nutzung in den Mittelpunkt stellt.
Die Schieberegler können in Workshops, in internen Reflexionsrunden oder als Grundlage für Strategiegespräche dienen.
10 Schieberegler für KI in der Zivilgesellschaft
- Automatisierung ↔ gesellschaftliche Sinnstiftung
Geht es primär um Effizienz? Oder geht es um gesellschaftliche Wirkung und gemeinschaftliche Werte? - Technischer Nutzen ↔ demokratische Teilhabe
Nutzen wir KI, um Prozesse zu optimieren? Oder binden wir stärker Menschen in Entscheidungsprozesse ein? - Datenkonzentration ↔ Datengerechtigkeit
Wo werden Daten gesammelt? Oder fragen wir uns verstärkt, wer davon profitiert? - Vereinfachung ↔ Komplexität
Führt KI-Einsatz nur zu oberflächlicher Vereinfachung? Oder können wir KI zu tieferem, gesellschaftlichen Verständnis komplexer Zusammenhänge nutzen? - Leistungsmessung ↔ transformative Reflexion
Wird KI lediglich zu mehr Output genutzt? Oder wird KI zur Reflexion über Ziele und soziale Wirkungen eingesetzt? - Kontrolle ↔ Vertrauen und Transparenz
Wie viel Vertrauen setzen wir in KI-Systemen? und wie transparent sind diese Systeme und ihre Entscheidungen? - Tool ↔ soziotechnisches System
Betrachten wir KI ausschließlich als Werkzeug — oder als Teil eines Netzwerks aus Menschen, Daten und Machtverhältnissen? - Implementierung ↔ experimentelle Mitgestaltung
Setzen wir starre Standardanwendungen um — oder gestalten wir KI-Prozesse gemeinsam iterativ weiter? - Black Box ↔ offene Erklärung
Lassen wir KI-Modelle und Entscheidungen undurchsichtig — oder bemühen wir uns um Offenlegung und Verständlichkeit? - Individualisierung ↔ gemeinschaftliche Wirkung
Fokussieren wir KI auf individuelle Effizienz — oder auf kollektive Problemlösungen und gemeinsame Perspektiven?
Wie diese Schieberegler im Diskurs helfen können
Diese Schieberegler sollen und können keine festen Regeln vorgeben. Sie laden vielmehr zu Auseinandersetzung und Dialog ein:
- Wo stehen wir aktuell?
In welchem Kontext nutzen wir KI in unserer zivilgesellschaftlichen Praxis und warum? - Wo möchten wir hin?
Welche Werte sollen unser Handeln prägen? Welche Rolle sollen und dürfen KI-Instrumente in der Zukunft der Zivilgesellschaft spielen? - Was bedeutet das praktisch?
Welche Maßnahmen, Leitlinien oder Projekte könnten diese Haltungen konkret unterstützen?
Nutzung in Workshops und Strategieentwicklung
Die Schieberegler können als Moderationswerkzeug gedacht werden.
- Lasst Teilnehmende auf einer Skala markieren, wo sie sich verorten.
- Diskutiert die Gründe für diese Positionen.
- Entwickelt gemeinsam konkrete Handlungsschritte für eine zivilgesellschaftliche KI-Praxis.
KI fordert uns heraus, nicht nur technische Fragen zu stellen, sondern gesellschaftliche Werte und demokratische Prinzipien in den Mittelpunkt zu stellen. Die Schieberegler sind eine Einladung zur Reflexion, zu Dialog und zu kollektiver Gestaltung. Sie helfen, unsere Haltungen sichtbar zu machen und den Weg von der automatischen Nutzung zur bewussten Mitgestaltung zu gehen.
Wie ist dieser Beitrag entstanden? Dank ans eBildungslabor:
Der Beitrag „🎚️ 10 Schieberegler zur Reflexion von KI in der Bildung“ erschien zunächst im eBildungslabor (https://ebildungslabor.de/blog/%f0%9f%8e%9a%ef%b8%8f-10-schieberegler-zur-reflexion-von-ki-in-der-bildung/) „smartCard-inline“) und steht unter der Lizenz CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de) „smartCard-inline“)). Wir haben den Beitrag umgedacht und angewendet auf zivilgesellschaftliche Ansprüche und Herausforderungen.