Machen

Wir unterstützen euch dabei, gemeinwohlorientierte Datenvorhaben zu finden, zu konzeptionieren und umzusetzen. Ergebnisse und Erkenntnisse teilen wir transparent – von der Zivilgesellschaft für die Zivilgesellschaft.



Unsere Angebote:

In der Datensprechstunde schauen wir zusammen, wo ihr steht und was die nächsten Schritte sind, damit ihr Daten (noch) besser nutzen könnt: Weiterbildung? Vernetzung? Umsetzung? Gegebenenfalls entsteht im Gespräch auch eine Idee (Skizze) für ein Datenvorhaben.

In Beratungsgesprächen beleuchten wir zusammen unterschiedliche Aspekte – Datenethik, Technologien, Verstetigung, technische Anforderungen – und entwickeln eure Skizze zu einem Plan für euer Datenvorhaben weiter, der die Umsetzung eures Vorhabens greifbar und konkret macht – ob im CDL oder anderswo.

Das Civic Data Lab stellt finanzielle Mittel bereit und begleitet euch eng und auf Augenhöhe bei der Umsetzung: Wir suchen einen Dienstleister, der das Projekt technisch umsetzt, organisieren einen Kickoff, koordinieren Meetings und helfen bei der Übersetzung eurer Expertise in konkrete technische Anforderungen. Am Ende steht ein datenbasierter Output, der euch und andere weiterbringt.

Unsere Angebote werden überwiegend in deutscher Sprache angeboten. Sollte dies für euch eine Hürde darstellen, insbesondere im Rahmen von Datensprechstunden, sprecht uns gerne an und wir finden gemeinsam eine Lösung!

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Einreichung Datenvorhaben

Einreichung Datenvorhaben

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Zustimmung Datenschutzvereinbarung


Unsere Prinzipien zur Auswahl von Datenvorhaben

Das Civic Data Lab kann bis März 2025 sechs Datenvorhaben begleiten und bei der Realisierung unterstützen. Für die Auswahl der Vorhaben legen wir die folgenden Prinzipien an. Diese könnt ihr hier auch als Datei herunterladen.

Das CDL fördert Datenvorhaben von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, d.h. von selbstständigen, politisch und sozial engagierten Bürger*innen. Sie können sich haupt- oder ehrenamtlich, als Organisation oder Einzelpersonen am CDL beteiligen. Das schließt Vorhaben von staatlichen Stellen oder reinen Wirtschaftsunternehmen aus, wobei ihre Beteiligung, z.B. als Datenlieferanten, nicht ausgeschlossen ist.

Das CDL zielt darauf ab, besonders dort zu unterstützen, wo zivilgesellschaftliche Initiativen nicht genug eigene Mittel haben, um Datenvorhaben umzusetzen. Zugleich ist es wichtig für den nachhaltigen Erfolg des Vorhabens, dass Mitglieder der Initiative und Organisation selbst mitwirken (siehe auch Machbarkeit). Daher werden – unter Beachtung der anderen Prinzipien – Vorhaben von Akteur*innen mit wenigen eigenen Mitteln für Daten und Digitalisierung vorgezogen.

Das CDL möchte mit der Förderung einzelner Datenvorhaben nicht nur die an es herangetragenen Probleme lösen, sondern insgesamt zur Förderung des vermehrten und vereinfachten Einsatzes von Daten fürs Gemeinwohl beitragen. Die geförderten Datenvorhaben fungieren dafür als praktische Beispiele für das CDL und andere. Daraus ergeben sich verschiedene Implikationen für die Auswahl der Datenvorhaben:

  • Datenvorhaben müssen anschlussfähig für andere sein und können nicht rein auf organisationsspezifische Probleme im Datenmanagement begrenzt sein. Als organisationsübergreifende Struktur hat das CDL die besondere Möglichkeit, datenbezogene Kooperationen anzuregen und Gelerntes von einem Projekt zum nächsten weiterzutragen. Datenvorhaben, die diese Rolle nutzen, werden vorgezogen.
  • Insgesamt sollen unterstützte Datenvorhaben im CDL eine thematische Breite abdecken, um die Rolle von Daten in möglichst vielen Feldern zu explorieren. Senior*innenarbeit, migrantische Selbstorganisation oder Kinderwohngruppe… die Wirkungsbereiche und Zielgruppen der Zivilgesellschaft sind vielfältig. Daher wird bei der Auswahl der Vorhaben zur Begleitung darauf geachtet, dass Beispiele aus allen Bereichen berücksichtigt werden.
  • Das CDL zielt darauf ab, durch beispielhafte Umsetzungen zur Interoperabilität von Datenanwendungen in der Zivilgesellschaft beizutragen, zum Beispiel indem gleiche bzw. vorhandene Bausteine (API, Referenzarchitektur, Standards) Anwendung finden. Es werden Datenvorhaben bevorzugt, die dies begünstigen.

Das CDL kann auch an bestehenden Datenprodukten als Skalierungsunterstützung mitwirken. Es müssen nicht immer neue Ideen sein. Auch der Anschluss weiterer Datenquellen oder die Initiierung organisationsübergreifender Zusammenarbeit kann durch das CDL unterstützt werden. Denkbar wären auch Vorhaben, die sich mit der Bereitstellung von Daten zur Nachnutzung oder der Entwicklung von anschlussfähigen Standards beschäftigen.

Abschließend sei gesagt, dass es die wichtigste Aufgabe des CDL ist, die Zivilgesellschaft im Umgang mit ihren Daten zu unterstützen – eure Datenherausforderung ist unsere Datenherausforderung. Die Prinzipien sollen euch Informationen und Orientierung an die Hand geben, euch aber nicht davon abhalten mit euren Fragen auf uns zuzukommen. Im Zweifelsfall nehmt gern unsere Datensprechstunde wahr, die für alle offen steht.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Wer bringt das Datenvorhaben ein?
  • Warum ist das CDL die richtige Unterstützung für das Datenvorhaben?
  • Kann eine Lösung entstehen, die übertragbar auf andere Kontexte und Organisationen ist?
  • Wie kann das Projekt den Zugang bzw. das Teilen von Daten konkret verbessern bzw. welche Hindernisse bestehen dafür?
  • Kann das Problem so bearbeitet werden, dass die Lösung zur Interoperabilität von Datenanwendungen beiträgt?

Als Ankerprojekt der Civic Coding Initiative setzen wir uns beim Civic Data Lab für den Einsatz von Daten für das Gemeinwohl ein.

Datenvorhaben leisten für uns einen Beitrag zum Gemeinwohl, wenn sie auf lange Sicht dem Überleben und Wohlergehen von Kollektiven dienen. Beispiele für Kollektive können sein: Kinder, queere Menschen, geflüchtete Menschen, alle Bürger*innen Deutschlands, die Einwohner*innen eines Ortes, engagierte Menschen, … . Da das Civic Data Lab ein Projekt des BMFSFJ ist, liegt der Fokus auf den Zielgruppen des Ministeriums. Dazu gehören neben Familien, Senior*innen, Frauen und Jugendlichen zum Beispiel auch marginalisierte Menschen wie queere Personen, Geflüchtete oder Menschen mit Behinderung. Ein Datenvorhaben kann also auf ganz unterschiedliche Art und Weise das Gemeinwohl fördern.

Das begleitete Vorhaben führt effektiv zu Veränderungen bei Individuen, Gruppen oder der Gesellschaft hinsichtlich eines gesellschaftlichen Problems. Das Vorhaben hat also das Potenzial für soziale Wirkung. Je größer dieses Potenzial, desto besser.

Lösungsansätze und Outputs aus dem Vorhaben können konkret angewendet werden und sind idealerweise übertragbar auf andere Kontexte. Je größer und breiter dieses Anwendungspotenzial, desto besser. Zudem sollen sie barrierefrei zugänglich gemacht werden, damit das Anwendungspotential allen Mitgliedern der Gesellschaft zugutekommt.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Welches Problem möchte das Datenvorhaben lösen?
  • Wie löst das Datenvorhaben das Problem?
  • Was passiert, wenn euer Vorhaben ein Erfolg wird? Was verändert sich bei wem?

Die Begleitung eines Datenvorhabens dauert im CDL maximal 3-6 Monate. In diese Zeit fallen neben der technischen Umsetzung auch interne Abstimmungsprozesse (z.B. Datenbereitstellung).

Für die technische Umsetzung hat das Civic Data Lab Mittel, um Dienstleister*innen zu beauftragen. Das Vorhaben muss mit den gegebenen Mitteln umsetzbar sein. Hier sind bis zu 20 Personentage möglich. Ob Ideen machbar sind oder nicht, ist ohne technischeKenntnisse häufig schwer einzuschätzen. Daher werden wir dies gemeinsam erarbeiten.

Für die Umsetzung des Datenvorhabens braucht es auch Ressourcen bei euch: In kontinuierlicher Zusammenarbeit mit den zivilgesellschaftlichen Träger*innen ist deren Perspektive gefragt. Hierfür müssen bei den zivilgesellschaftlichen Träger*innen zeitliche Kapazitäten (ehrenamtlich oder hauptamtlich) vorliegen. Der zeitliche Aufwand beträgt ca. 2-4h pro Woche. Die Person sollte leichten Zugang zu anderen Stellen in der Organisation sowie eine Autorisierung der Entscheidungsträger*innen haben oder selbst befugt sein, Entscheidungen für die Organisation zu treffen.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Was ist der technische Lösungsansatz?
  • Welchen Scope und welche Komplexität hat die technische Lösung?
  • Wer kann während der Umsetzung von euch das Datenvorhaben betreuen und welche Kompetenzen bringen diese Person(en) mit?
  • Ist das Projekt in dem vorgegebenen zeitlichen und finanziellen Rahmen realistisch umzusetzen?
  • Gibt es eine technische Infrastruktur, die für die Umsetzung genutzt werden kann?
  • Wie hoch sind die Voraussetzungen bzgl. Mitwirkung Dritter, wie viel Change-Prozess ist erforderlich, damit das Datenvorhaben gelingt (Bsp.: automatisiertes Vernetzungstool, welches Vernetzungswillige braucht)?

Mit ihren Ideen für Datenvorhaben wollen zivilgesellschaftliche Träger*innen einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Der Grundgedanke des CDL ist es, die Nutzung von Daten für diesen Zweck voranzutreiben. Gleichwohl sind Daten und Technologie nicht immer die Lösung. Deshalb hinterfragen wir, ob die Nutzung von Technologie und Daten für die beabsichtigte soziale Wirkung notwendig, sinnvoll und ethisch vertretbar ist. Außerdem schauen wir zusammen mit euch, ob es nicht einfachere geeignete technologische Ansätze gibt, die schneller und effizienter umzusetzen sind.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Wie könnte man eine ähnliche Wirkung ohne den Einsatz von Daten und Technologie erreichen? Was steht dem entgegen?
  • Gibt es einfachere Methoden und/oder Technologien, die den gleichen Effekt (zum größten Teil) erreichen? Falls ja, was spricht gegen deren Einsatz?
  • Gibt es ein Produkt, welches die Bedarfe bereits abdeckt, die das Datenvorhaben beantworten will? Welche Gründe gibt es, etwas Eigenes zu entwickeln?

Bei der Umsetzung der Datenvorhaben gehen wir umsichtig, sorgsam, respektvoll und bewusst mit allen Daten um, die wir verarbeiten. Wenn wir mit Daten von Personen arbeiten, halten wir uns an die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Das stellt sicher, dass der grundgesetzlich verankerte Anspruch auf Schutz der Privatsphäre und Schutz der eigenen Daten gewahrt bleibt.

Daher stellen sich die folgenden Anforderungen an das Vorhaben:

  • Das Vorhaben verwendet nur die Daten, die zur Erreichung des Ziels gebraucht werden (Datensparsamkeit).
  • Die Verarbeitung der Daten erfolgt auf einer gesicherten Rechtsgrundlage.
  • Besonders schützenswerte Daten sind mit besonderer Sorgfalt zu behandeln.

Dabei muss die Umsetzung dieser Anforderungen zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit uns noch nicht geklärt sein. Gern beraten wir euch dabei. Es könnte aber sein, dass sich im Rahmen der Beratung herausstellt, dass eine gute Idee nicht wie gedacht umgesetzt werden kann.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Mit welchen Daten wollt ihr im Datenvorhaben arbeiten?
  • Gibt es die Daten schon oder sollen sie erhoben werden?
  • Sind darunter Daten, die Personen betreffen? Werden Daten aus besonderen Kategorien von personenbezogenen Daten verarbeitet?
  • Besteht eine Rechtsgrundlage, um die Daten im Rahmen des Datenvorhabens zu verarbeiten? Falls nein, steht der Aufwand, um diese Rechtsgrundlage herzustellen (z.B. Information von Betroffenen) im Verhältnis zur Wirkung des Datenvorhabens?
  • Sind die erforderlichen Maßnahmen umsetzbar im Rahmen eines Datenvorhabens (siehe auch Machbarkeit)?

Daten sprechen niemals “für sich selbst”, ihre Erhebung, Auswertung und Darstellung wird stets von bestehenden Machtverhältnissen beeinflusst. Daten und ihre Nutzung sind somit eine Form von Macht, durch die Hierarchien, die aufgrund von Sexismus, Rassismus, Klassismus, Ableismus und (Post-)Kolonialismus und deren Interaktionen bestehen, aufrechterhalten und verstärkt werden können.

Mit dem CDL begleiten wir Datenvorhaben, die das Ziel verfolgen, gesellschaftliche Missstände und Ungerechtigkeiten aufzudecken und zu verringern und marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen. Besonders wichtig ist es uns, während des gesamten Prozesses mögliche Diskriminierungen, die (Re-)Produktion von Machtasymmetrien und auch eine zukünftige missbräuchliche Nutzung der Ergebnisse aktiv zu verhindern.

Bei der Planung und Umsetzung von Datenvorhaben im CDL werden wir daher zum Beispiel darauf achten, die eigene(n) Perspektive(n), die verfügbaren Daten und die verwendeten Klassifikationen und Kategorien kritisch zu analysieren, um etwa “blinde Flecken” und Auslassungen und Verzerrungen zu erkennen. Dies zielt auch darauf ab, öffentliche Mittel verantwortungsbewusst im Sinne einer gerechten, pluralen und an Nachhaltigkeit orientierten Gesellschaft einzusetzen.

Denn auch wenn Daten und ihre Nutzung zur Lösung ökologischer Herausforderungen beitragen können, ist der Ressourcenverbrauch eines Datenvorhabens (Energieverbrauch, Hardware, etc.) nicht zu vernachlässigen, insbesondere bei der rechenintensiven Anwendung von KI-Technologien. Wir beachten daher besonders die Risiken und negativen direkten und indirekten Umweltauswirkungen, die mit der Umsetzung eines Vorhabens einhergehen und versuchen, diese zu minimieren. Überall dort, wo alternative ressourcenschonendere Wege dasselbe Ziel erreichen können, werden wir diese bevorzugen.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Wie trägt euer Datenvorhaben (direkt oder indirekt) zur Reduzierung von Ungerechtigkeit bei?
  • Welche marginalisierten / benachteiligten Gruppen profitieren von eurem Datenvorhaben?
  • Welche Gruppen könnten im schlimmsten Fall (wenn etwas schief geht, das Instrument falsch genutzt wird oder das Datenvorhaben fehlerhaft umgesetzt wird) durch die Ergebnisse eures Datenvorhabens von Ausschluss und Diskriminierung betroffen sein?
  • Wie wird Inklusion und Diversität in der Anlegung des Vorhabens mitgedacht?
  • Wie stellen wir sicher, dass die Bedarfe von betroffenen / marginalisierten Personen im Prozess berücksichtigt werden?
  • In welchem Verhältnis steht der zeitliche, technische und ökologische Aufwand zur Erarbeitung zum Nutzen des Ergebnisses?

Es ist eines der Ziele des CDL, Lösungen zu schaffen, die einen langfristigen Mehrwert für möglichst viele Akteur*innen bewirken. Daraus folgt, dass jede Lösung auf eine langfristige Nutzung angelegt werden soll – sowohl durch die Organisationen, die sie mit dem CDL entwickeln als auch durch andere. Dafür werden wir im Projektverlauf z.B. auf Dokumentation, Lizenzwahl, Architektur und Prozess achten. Doch schon vor Beginn ist es wichtig zu planen, wie Finanzierung und Governance beim langfristigen Betrieb der Lösunggestaltet sein sollen. Außerdem sollte grundsätzlich Bereitschaft bei zivilgesellschaftlichen Träger*innen zum Teilen von Arbeitsergebnissen bestehen – natürlich unter Berücksichtigung des Schutzes von Daten.

Fragen, die wir uns und euch im Laufe des Prozesses stellen werden:

  • Wer übernimmt mittel-/ langfristig technische und organisationale Verantwortung dafür? Wer wird Ansprechperson für potentielle Nachnutzer*innen?
  • Welcher Grad von Automatisierung ist vorgesehen, aber auch nötig? Wie viel menschliches Mitwirken braucht man für den Betrieb?
  • Gibt es schon Ideen, woher die nötigen finanziellen Ressourcen langfristig kommen?
  • Besteht die Bereitschaft, entwickelte Lösungen (nicht Daten!) unter geeigneten offenen Lizenzen auch für andere transparent zur Verfügung zu stellen?
  • Ist Interesse an der Lösung voraussichtlich auch in Zukunft und bei anderen Akteur*innen gegeben?

Ressourcen zum Download: Die CDL Toolbox

Hier stehen Materialien bereit, mit denen ihr selbst an euren Datenvorhaben autonom arbeiten könnt. Sie entstehen im Laufe unserer Beratungen und Begleitungen und werden hier nach und nach veröffentlicht. Alle Materialien stehen unter offenen Lizenzen (CC-BY).



Kontakt zum Umsetzungs-Team