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Caritas-Gründer Werthmann erkennt bereits 1895 die Relevanz guter Daten

Welchen Mehrwert Datenerhebungen für die Gesellschaft bringen kann, erkennt Lorenz Werthmann anhand der geleisteten sozialen Arbeit in Deutschland: „Die Statistiken und Jahresberichte von heute sind die Quellen für die Geschichtsschreibung von morgen.“

1895 beschreibt Lorenz Werthmann, der Gründer der Caritas in Deutschland, wie wichtig Daten und ihre Auswertung für den sozialen Bereich, für das Zusammenleben der Menschen und das Gemeinwohl in der Zukunft sein werden: „Endlich, wenn einmal die Geschichte der katholischen Nächstenliebe geschrieben werden soll, wo soll der Geschichtsschreiber sein Material hernehmen, wenn es nirgendwo gesammelt worden ist?“

Dabei erkennt Werthmann eindeutig, dass es um Konkretes, um Kategorien und um differenziertes Material gehen muss. Allein aus Gebäuden und Orten, an denen Menschen soziale Mildtätigkeit, Hilfe und gesundheitliche Unterstützung erfahren, könne nichts Fassbares abzulesen sein: „Zwar werden die stummen Monumente aus Stein, die Anstalten und Krankenhäuser, ihm manches erzählen können; aber wie unendlich viel Schönes, Erhebendes und Erbauliches wird verlorengehen, was der Nachwelt hätte überliefert werden sollen!“

Das Gemeinwohl stärken

Der Caritas-Gründer wollte Beispiele der sozialen Arbeit bewahren und aufzeigen, damit die künftigen Generationen diese Daten auswerten, aus ihnen lernen und sie womöglich als Vorbild nehmen können. „Wie viel herrlicher wird unsere Kirche dastehen, wenn beispielsweise nachgewiesen werden kann, wie viele Personen beiderlei Geschlechts in diesen Anstalten ihr Leben im Dienste der Nächsten aufgeopfert, wie viele Kranke sie gepflegt, wie viele Arme sie gespeist, wie viele Nachtwachen in hingebender Tätigkeit sie geleistet!“

Über Lorenz Werthmann

Geboren wurde Lorenz Werthmann 1858 in Geisenheim im Rheingau. Bereits während seines Studiums in Rom beschäftigte er sich mit sozialen Fragestellungen. Ab 1886 engagierte sich Werthmann in Freiburg im Verein „Arbeiterwohl“ und im Vinzenzverein.

Die Gründung der Caritas in Deutschland

Werthmann trifft auf Personen aus dem katholischen Vereins- und Verbändewesen, die seine Vorstellungen von der Bündelung und Organisation der vielen sozialen Hilfsangeboten im katholischen Bereich in einen Zentralverband teilten. Am 9. November 1897 rief Werthmann – mitgetragen von Gleichgesinnten – dann zur Gründung des Caritasverbandes auf. 23 Jahre lang leitete Lorenz Werthmann den „Charitasverband für das katholische Deutschland“, wie der Verband ursprünglich hieß.

Lorenz Werthmanns Vision, Anwalt und Partner der Benachteiligten zu sein, lebt im Deutschen Caritasverband bis heute weiter.

Quelle: Zeitschrift „Caritas“, Okt. 1895, 1V-V

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