User Experience (UX)
User Experience (UX)
Erklärung
Synonyme & Übersetzungen
User Experience Design
Deutsche Übersetzung: Benutzer-Erfahrungs-Design (nicht gebräuchlich)
Auch bekannt unter: UX-Design, UXD, Nutzerzentrisches Design, UX
User Interface Design
Deutsche Übersetzung: Benutzer-Oberflächen-Design (nicht gebräuchlich)
Auch bekannt unter: UI-Design, UID, UI
Definition
User Experience Design (UXD) beschäftigt sich mit dem gesamten Erlebnis, das ein Mensch bei der Nutzung (en: User Experience / UX) eines digitalen Produkts oder einer Dienstleistung hat. Es geht darum, wie sich die Nutzung anfühlt und wie gut Nutzer*innen ihre Ziele erreichen können.
User Interface Design (UID) umfasst die visuelle und interaktive Gestaltung von Benutzeroberflächen (en: User Interface / UI), also alles, was Nutzer*innen sehen und womit sie interagieren, wie Buttons, Menüs, Farben und Bilder. User Interface Design ist ein Teil von User Experience Design.
Beispiele
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Eine gut gestaltete UX wäre eine Spenden-App, bei der Nutzer mit nur drei Klicks eine Spende abschließen können, ohne sich zu “verlaufen”.
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Schlechte UX wäre eine Website, auf der Interessierte lange suchen müssen, um Informationen zu euren Projekten zu finden.
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Ein durchdachtes UI könnte ein großer, deutlich sichtbarer "Spenden"-Button in eurer Vereinsfarbe sein, der sofort ins Auge fällt.
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Ein mangelhaftes UI wäre eine Anmeldeseite mit schwer lesbarer Schrift auf unruhigem Hintergrund.
Wann sind UX- und UI-Design für euch relevant?
UX/UI-Design ist für euch relevant, wenn ihr:
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… eure Website erstellt oder überarbeitet
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… eine Datenanwendung oder sonstige Software entwickeln (lassen) möchtet
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… digitale Prozesse für Spenden, Mitgliedschaften, Freiwilligeneinsätze etc. anbietet.
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… Software für eure Organisation auswählt, z.B. ein Projektmanagement- oder ein Umfragetool.
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… digitale Informationsmaterialien oder Newsletter gestaltet
Was sind die Implikationen von UX- und UI-Design für euch?
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Gutes UX- und UI-Design macht digitale Produkte, Anwendungen und Prozesse besser und führt zu mehr Zufriedenheit, Effektivität und Effizienz bei Nutzer*innen. Konkret kann das in eurem Alltag bedeuten:
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Die Effektivität und Effizienz von Mitarbeiter*innen steigt, wenn sie mit benutzerfreundlichen Tools arbeiten können. Es entstehen weniger Kosten für Schulungen oder Unterstützung bei technischen Fragen.
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Euer Auftritt nach außen wirkt professioneller und vertrauenswürdiger. Ihr könnt eure Botschaft klarer vermitteln und mehr Menschen erreichen und sie überzeugen, zu spenden, an Veranstaltungen teilzunehmen etc.
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Es kann eure digitale Inklusion verbessern, indem ihr eure Angebote für Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zugänglich macht.
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Ihr solltet schon bei der Konzeption und Planung von Digitalisierungsprojekten Zeit, Kapazitäten und Geld für ein professionelles UX-Design einplanen, gerade wenn ihr eure (Daten)-Anwendung für einen größeren Nutzer*innenkreis entwickeln oder einführen (lassen) wollt.
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Web-Agenturen und IT-Beratungen haben meistens selbst UX-Designer*innen im Haus; freiberufliche Programmierer*innen kennen meistens jemand aus ihrem Umfeld, den sie empfehlen können.
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Im Rahmen eines UX-Design-Prozesses kann es nötig sein, früh Feedback und Meinungen der zukünftigen Nutzer*innen einzuholen. Das resultiert in einem zeitlichen und organisatorischen Mehraufwand.
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Wenn ihr kein Budget für professionelles UX-Design habt, solltet ihr selbst so viel wie möglich mit den (zukünftigen) Nutzer*innen sprechen und ihre Bedürfnisse mitdenken. Das gleiche gilt, wenn ihr UX und UI bei der Auswahl von Software für den internen Gebrauch berücksichtigt.
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Verschiedene Nutzergruppen können entgegengesetzte Bedürfnisse haben, die nicht alle optimal bedient werden können (z.B. hoher Erklärungsbedarf vs. Übersichtlichkeit).
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Die Pflege eines UX- und UI-Designs ist ein fortlaufender Prozess, da sich Nutzererwartungen und -verhalten sowie Standards kontinuierlich weiterentwickeln.
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Gerade bei eingeschränktem Budget und geringen technischen Kompetenzen für den langfristigen Betrieb kann es notwendig sein, Kompromisse beim UX- und UI-Design einzugehen, um die Komplexität und Kosten der technischen Lösung gering zu halten.
Mehr zu UX- und UI-Design
UX- und UI-Design sind unterschiedliche, aber eng verwandte Bereiche:
UX-Design konzentriert sich auf das Gesamterlebnis und umfasst unter anderem die folgenden Aspekte:
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Nutzerforschung: Wer sind eure Nutzer*innen und was brauchen sie?
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Informationsarchitektur: Wie werden Inhalte strukturiert?
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Nutzertests: Funktioniert das Design wie gewünscht? Benutzen Nutzer*innen eure Software oder Anwendung so, wie ihr euch das vorstellt?
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Usability: Wie einfach ist die Bedienung? Finden sich Nutzer*innen zurecht oder sind sie überfordert?
UX-Design folgt oft dem Prinzip "Human-Centered Design", das den Menschen in den Mittelpunkt des Gestaltungsprozesses stellt.
UI-Design bezieht sich auf die visuelle Gestaltung:
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Layout: Anordnung von Elementen
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Farbschemata und Typografie (im Einklang mit eurer Markenidentität)
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Responsive Design: Anpassung an verschiedene Bildschirmgrößen
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Interaktionselemente (Buttons, Formulare, Menüs)
Verwandte Begriffe
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Usability (de: Benutzerfreundlichkeit) beschreibt, wie einfach und effizient ein Produkt zu nutzen ist – ein Teilaspekt von UX, der sich speziell auf die praktische Bedienbarkeit konzentriert, während UX/UI das gesamte Nutzererlebnis und die visuelle Gestaltung umfasst.
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Customer journey (de: Kundenreise) beschreibt, wie einfach und effizient ein Produkt zu nutzen ist – ein Teilaspekt von UX, der sich speziell auf die praktische Bedienbarkeit konzentriert, während UX/UI das gesamte Nutzererlebnis und die visuelle Gestaltung umfasst.
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Accessibility (de: Barrierefreiheit) sorgt dafür, dass digitale Angebote für alle Menschen nutzbar sind, unabhängig von Einschränkungen oder Behinderungen – ein ethisches Prinzip und oft gesetzliche Anforderung, die im UX/UI Design berücksichtigt werden sollte, aber über reine Gestaltungsfragen hinausgeht.
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WebApp, Desktop App und Mobile App bezeichnen verschiedene Arten von Anwendungen (im Browser, auf dem Computer oder auf dem Smartphone installiert), die jeweils eigene UX/UI-Anforderungen haben – sie sind konkrete Produkte, für die UX/UI Design betrieben wird.
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Das Frontend bezeichnet den Teil einer Software oder Website, mit dem Nutzer direkt interagieren – während UX/UI Design die Konzeption und visuelle Gestaltung dieser Benutzeroberfläche umfasst, bezieht sich Frontend auf die tatsächliche technische Umsetzung mit Programmiersprachen wie HTML, CSS und JavaScript.
Weiterführende Materialien
Wenn du noch mehr über UX- und UI-Design erfahren möchtest, schaue dir die folgenden Ressourcen an:
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Video: “UX Design vs UI Design” (en)
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Artikel: “The Positive Impact of Good UX on Non-Profits” (en)
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Das Handbuch "Digitale Barrierefreiheit" der Aktion Mensch (de)